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Hilberts Widerspruch ist Schlag ins Gesicht der BRN-Organisatoren und -Besucher

Foto: Marco Barnebeck / pixelio.de

Der Lustgarten ist eine Institution, wenn es um das Stadtteilfest Bunte Republik Neustadt geht. Allerdings wird er in diesem Jahr nicht mehr in der Böhmischen Straße geöffnet und braucht einen anderen Platz. Der Ankauf der Westerweiterung des Alaunplatzes durch die Stadt Dresden scheint hier eine Ausweichmöglichkeit aufzuzeigen. Der Stadtrat beschloss heute, den Lustgarten auf dem Gelände westlich des Alaunparks stattfinden zu lassen.

Der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert kündigte noch während der Sitzung des Stadtrates Widerspruch gegen diese Entscheidung an. Damit wird der Beschluss in der kommenden Sitzung erneut behandelt, in der Zwischenzeit wird weiter beraten.

Dazu LINKEN-Stadträtin Jacqueline Muth, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau:

“Durch die bauliche Verdichtung der Äußeren Neustadt sind etliche Freiflächen und Brachen weggefallen. Da, wo eine Turnhalle an der Alaunstraße entsteht, stand bis 2013 die größte Bühne im Festgelände der BRN. Anstelle des „Lustgartens“ (bis 2014) entsteht eine Hinterhof-Wohnbebauung. Auch die Lücke zwischen Alaunstraße Nr.39 und Nr.56 wird in absehbarer Zukunft verbaut werden, eine weitere Nische verschwindet.
Zugleich steigen die Besucherzahlen kontinuierlich. 2013 musste wegen Überfüllung stundenweise der Zugang zum Festgelände aus Richtung Albertplatz und Bischofsweg gesperrt werden. Das Festgelände auszuweiten und sich den damit verbundenen Herausforderungen zu stellen, dafür wird es höchste Zeit.“

Sebastian Schindler, stellvertretender Neustädter LINKEN-Ortsbeirat, erklärt:

“Schon in den Diskussionen im Ortsbeirat wurde klar, dass die Stadtverwaltung mit teilweise fadenscheinigen Argumenten versucht, das Projekt zu verhindern, um eine Erweiterung des Festgebietes zu vermeiden. Für mich ist und bleibt es unverständlich, warum die Verwaltung auf Biegen und Brechen versucht, die BRN im “traditionellen” Festgebiet zu halten, das bereits jetzt aus allen Nähten platzt, weil die Besucher mehr und die Flächen weniger werden. Diese Rechnung geht nicht auf. Wäre es dann nicht sicherer, auch im Sinne der Stadtverwaltung, wenn man den Dampfkessel BRN in Richtung der großen Freifläche Alaunpark etwas öffnen könnte? Herr Hilbert zeigt, dass ihm die Interessen der Organisatorinnen und Organisatoren der BRN, wie auch das Fest selbst – mit Platz und Raum im Herzen unserer Stadt – im Grunde sehr fremd sind.”
 

Sebastian Schindler vertritt als Ortsbeirat Kristin Hofmann, die sich in Elternzeit befindet.

BRN-Lustgarten droht Verwaltungshürden zum Opfer zu fallen

28. März 2015  DIE LINKE im Ortsbeirat

Beim Treffen des Ortsbeirates Neustadt am 24. März stellten Vertreter der Verwaltung die Pläne zur Umgestaltung des sogenannten „Russensportplatzes“ vor. 

Dazu erklärt der Neustädter Ortsbeirat für DIE LINKE, Holger Knaak: 

„Die Pläne der Verwaltung das Areal zu erschließen und möglichst noch im Herbst des Jahres einen ersten Abschnitt der Öffentlichkeit zu übergeben, gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. 

Das Agieren der Verwaltung gegenüber dem Anliegen, das „Lustgarten“-Festival, welches das Areal zur BRN im Juni als Ausweichort nutzen möchte, wirft hingegen Fragen auf. 

Kleine Sachprobleme, die relativ einfach und kostenneutral durch den Veranstalter behoben werden könnten, wurden als große Hindernisse dargestellt, das Gefahrenpotential der relativ ebenen Rasenfläche als übergroß und kaum glaubhaft dargestellt. Der ständige Verweis auf die kommunale Haftung im Schadensfall mag verwaltungsrechtlich richtig sein. Im Vergleich zu dem im völlig überfüllten BRN-Festgebiet seitens der Stadt getragenen sehr hohen Schadensrisikos überzeugt er in keinster Weise. Der vermittelte Eindruck war „Es geht nicht, weil es nicht geht“ statt „Wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg“. 

Zu Gunsten der Verwaltung sei angeführt, dass diese dem Lustgarten ein anderes, leider aus Sicht des Veranstalters sehr unaktraktives und wenig geeignetes, Gelände in Aussicht stellt, dass jedoch noch Prüfungen in Sachen „Genehmigungsfähigkeit“ mit ungewissen Ausgang durchlaufen muss. Es besteht somit Gefahr, dass 2015 gar kein Lustgarten statt findet. Dies wäre nicht nur für den Veranstalter Kultur_aktiv ein herber Schlag, sondern auch für die BRN ein großer Verlust.