Schlagwort: ARBEIT

Gereimtes und Ungereimtes zur Arbeit

Ein Beitrag von Jens Matthis

 

„Wer Arbeit kennt und sich nicht drückt, ist verrückt.“ Diesen Spruch lernte ich vor vielen Jahren in meiner Lehrzeit, natürlich nur inoffiziell von den Kolleginnen und Kollegen.  Die offizielle DDR-Losung an der Wandzeitung hieß dagegen damals: „Arbeite mit! Plane mit! Regiere mit!“.

So unterschiedlich waren schon vor weit über dreißig Jahren in der DDR die Sichten auf die Arbeit.  Der 1. Mai hieß damals offiziell übrigens nicht „Tag der Arbeit“, sondern „Internationaler Kampf- und Feiertag der Arbeiterklasse“. Das klang zwar etwas umständlich, war aber durchaus die sachlich richtigere Bezeichnung.

http://www.dielinke-dresden.de/politik/detail/article/gereimtes-und-ungereimtes-zur-arbeit/

 

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Equal Pay Day: Endlich für Entgeltgleichheit sorgen!

Heute ist der Tag, an dem symbolisch der geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied markiert wird. Angenommen Frauen und Männer bekommen den gleichen Stundenlohn, dann hätten Frauen bis zum heutigen Tag, dem 20. März, umsonst gearbeitet, während Männer schon seit dem 01. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.

“Immer dann, wenn ein Mann einen Euro verdient, hat eine Frau gerade mal 78 Cent verdient. In Deutschland gibt es seit 15 Jahren eine Entgeltungleichheit, zwischen Männern und Frauen, von über 20 Prozent. Das ist ein Armutszeugnis für Deutschland! Auch das 31% der Frauen für Niedriglöhne arbeiten und über 700.000 Frauen zusätzliches Geld vom Amt beziehen müssen.

Dies wirkt sich nicht nur auf das Gehalt der Frauen, sondern später auch auf die Rente aus, so dass am Ende eines Arbeitslebens Frauen niedrigere Renten als Männer erhalten und als Rentnerinnen oft entsprechend ärmer sind. Damit gehört das wirtschaftlich starke Deutschland derzeit zu den Schlusslichtern Europas in Sachen Entgeltgleichheit. Das ist ein Armutszeugnis für dieses Land und eine Ungerechtigkeit mit der endlich Schluss sein muss! Es reicht nicht mehr Jahr für Jahr zu analysieren, es muss endlich gehandelt werden. Der Ansatz von Bundesministerin Schwesig zur Transparenz ist wichtig, es reicht aber nicht nur auf ein gesetzliches Auskunftsrecht zu setzen. Arbeit muss nach geschlechtsneutralen Kriterien bewertet werden, es muss ein eigenständiges Verbandsklagerecht her, so dass Frauen im Kampf um gerechtere Bezahlung nicht alleine da stehen. Des Weiteren muss der Grundsatz der gleichen Bezahlung bei gleicher und gleichwertiger Arbeit im allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz verankert werden. Die ungleiche Bezahlung von Frauen ist kein individuelles, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem!”

TTIP und Co. auch für Dresden eine Gefahr!

DIE LINKE.Dresden unterstützt den europaweiten Aktionstag gegen TTIP, ETA, TISA und die Freihandelsagenda am 11.10.14

DIE LINKE. Dresden beteiligt sich am europaweiten, dezentralen Aktionstag gegen TTIP und andere Freihandelsabkommen am Sonnabend, den 11.10.14 in Dresden. Die lokale Aktion wird um 12:00 Uhr in der Innenstadt, zwischen Café und Weltladen Aha und der Kreuzkirche starten.

Für DIE LINKE ist die Gegenwehr gegen die geplanten Freihandelsabkommen zwingend notwendig. TTIP verletzt Interessen der Bevölkerungsmehrheit und schwächt Mitbestimmungsrechte: Der vorgebliche Abbau von Handelshemmnissen bedeutet nichts anderes als Angriffe auf Sozial-, Umwelt- und Verbraucherschutzstandards.

Dazu Annekatrin Klepsch, Vorsitzende der Partei DIE LINKE. Dresden: „Es geht um weit mehr als um genmanipulierte Lebensmittel und Fracking. Nicht umsonst hat der Hauptausschuss des Deutschen Städtetages bereits im Februar gefordert, sich gegenüber der EU-Kommission dafür einzusetzen, die kommunale Daseinsvorsorge, wie die öffentliche Wasserver- und Abwasserentsorgung, Abfall und ÖPNV, soziale Dienstleistungen sowie alle Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge im Kulturbereich, von den TTIP-Verhandlungen und allen weiteren Handelsabkommen auszunehmen.“

Der Aktionstag gegen die geplanten Freihandelsabkommen ist Teil einer Kampagne, die auch von der Partei DIE LINKE unterstützt wird. Eigentlich wollte sich eine europaweite BürgerInnen-Initiative gründen, was aber bezeichnenderweise durch die Europäische Kommission in Brüssel nicht genehmigt wurde. So stehen hinter der Gegenwehr gesellschaftliche Gruppen wie ATTAC, Greenpeace und diverse lokale Bündnisse.

An der Aktion in Dresden wird sich die sächsische Europaabgeordnete der LINKEN, Dr. Cornelia Ernst beteiligen. Ihr ist der Abwehrkampf gegen diese Art von Freihandelsabkommen ein besonderes Anliegen.

 

Kurs auf Krise: Junckers Titanic-Crew

“Mit Junckers neuer EU-Kommission ist kein soziales Europa zu machen”, so die Sprecherin der LINKEN, Dr. Cornelia Ernst.

“Denkt man sich die EU als ins Schlingern geratene Schiff dann haben wir nun eine Mannschaft, die stur Kurs auf den Eisberg hält. Die Zeichen stehen weiter auf Sturm. Dabei hat die EU eine Kursänderung mehr denn je nötig. Strukturelle Reförmchen durch die Umbenennung von Posten können nicht verbergen, dass alles beim Alten bleibt.”

Massive Arbeitslosigkeit und eine lahmende Konjunktur in den EU-Mitgliedstaaten verlangen eine grundsätzliche Neuausrichtung der EU-Politikbereiche. Hierzu im Einzelnen die FachpolitikerInnen der LINKEN:

Gabi Zimmer, Fraktionsvorsitzende der europäischen Linksfraktion GUE/NGL und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und Soziales: “Die Vize-Präsidenten bekommen mehr Verantwortung, damit nicht mehr 28 Köche ihre eigenen Süppchen kochen. Leider wird weiterhin in Schubladen gedacht: Auch künftig gibt es keinen Superkommissar, der zeitgemäß wirtschaftliche Entwicklung mit nachhaltigen sozialen und ökologischen Mindeststandards verbindet. Das wäre angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit und der wachsenden prekären Beschäftigung und Armut dringend nötig.”

Die anhaltende Wirtschaftskrise soll künftig der ehemalige französische Finanzminister Moscovici bearbeiten. “Moscovici wurde in den vergangenen Wochen insbesondere von Seiten der Bundesregierung kritisiert, weil er mehr Zeit für die Einhaltung die Defizitkriterien zugunsten von Wachstum vorschlug. Die Diskussion um eine Lockerung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes ist aber eine Phantomdebatte. Der Fiskalpakt, der mit den Stimmen der Sozialdemokraten und Grünen in den Verfassungen von EU-Staaten verankert worden ist, ist in Kraft. Bereits heute können die Sparzwänge gelockert werden, wenn sich ein Land auf harte »Strukturreformen« verpflichtet. Passend dazu ist Moscovici stolz, wenn die Löhne in Frankreich auf Grund von Reformen der sozialdemokratischen Regierung  sinken. Er denkt und handelt offenbar eher im Interesse der Finanzlobby und der Konzerne als im Interesse der Bevölkerung”, so Fabio De Masi, Finanz- und Wirtschaftsexperte der LINKEN im EP.

EU-Kultur mit Zensur?
“Der ehemalige Justizminister der Regierung Orban, Tibor Navracsics (EPP), hat maßgeblich zur Zensur der Medien in Ungarn beigetragen. Die undemokratischen Gesetze zur Einschränkung der Meinungsfreiheit wurden von ihm umgesetzt. Als künftiger EU-Kommissar für Kultur, Bildung und Jugend eine totale Fehlbesetzung”, so die erste Einschätzung von Martina Michels, Mitglied im Ausschuss für Kultur und Bildung.

Gender-Balance? Fehlanzeige.
Trotz großer Töne von Juncker vor seiner Wahl zum Kommissionspräsidenten, er wolle künftig für mehr Ausgewogenheit bei der Postenvergabe zwischen Männern und Frauen sorgen ist die neue Kommission ein Armutszeugnis moderner Politik und Gesellschaft. Gerade mal neun von 27 Spitzenposten sollen künftig von Frauen besetzt werden. “Peinlicherweise machten Europas Konservative allen Ernstes den Versuch, diese Schlappe zu relativieren indem man beteuerte, die Frauen hätten dann aber auch ganz wichtige und spannende Aufgaben und seien darüber hinaus recht kompetent”, kommentiert Cornelia Ernst. “Interessant. Dabei sollte man doch meinen, Kompetenz sei eine Grundvoraussetzung für einen Job als EU-Kommissar, und was genau meinen die Konservativen mit wichtigen Aufgaben? Gibt es etwa unwichtige Aufgaben an der Spitze der EU?” Neben dem eklatanten Frauenmangel sitzen darüber hinaus anachronistische und frauenfeindliche Vertreter in Junckers Truppe: “Der Spanier Cañete hat sich in seiner Heimat mit sexistischen Kommentaren und durch seine Verbindungen zur Ölindustrie einen Namen gemacht. Wer politische Gegnerinnen nicht ernst nimmt, weil er in ihnen „wehrlose Frauen“ sieht, hat nichts in einer Kommission verloren, die die Gleichstellung der Geschlechter will. Als neuer Kommissar für Forschung und Innovation sehen wir auch die Gefahr, dass seine Verbindungen der Ölindustrie einige Vorteile bringen, auf Kosten zukunftsweisender Wirtschaftszweige”, so Cornelia Ernst abschließend.

Brüssel, 10. September 2014

Schaffung guter Arbeit in der Wissenschaft bleibt Kernaufgabe

02. Oktober 2014  Uncategorized

Zum gestern bekannt gewordenen vorläufigen Abbruch der Verhandlungen über eine Beschäftigungsvereinbarung zwischen der Leitung der TU Dresden und der dortigen Mittelbauinitiative erklärt die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Annekatrin Klepsch:   Wir bedauern sehr, dass die Verhandlungen über eine Vereinbarung von Mindeststandards für die Beschäftigten an der TU Dresden vorerst gescheitert sind.

Darin offenbart sich die Kehrseite einer Exzellenzuniversität, die zwar mit aller Macht ihr internationales Renommee erhöhen will, sich als Arbeitgeber allerdings offenbar stur zeigt – auch wenn sie sich, wie die anderen sächsischen Hochschulen, in der „Autonomiefalle“ befindet.

 

Laut einer Befragung der Mittelbauinitiative aus dem vergangenen Wintersemester, an der 1.300 Beschäftigte an der TUD teilgenommen hatten, sind 89 Prozent von ihnen befristet tätig. Davon hatten 22 Prozent Verträge mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr. Unsichere Beschäftigung ist keine Basis für leistungsfähige Hochschulen. DIE LINKE fordert endlich ein entschlossenes Vorgehen gegen die prekäre Beschäftigung von wissenschaftlichem Personal. Oft kehren qualifizierte junge Menschen dem Freistaat wegen der prekären Beschäftigungsbedingungen den Rücken. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung können wir es uns aber nicht leisten, kluge Köpfe ziehen zu lassen. Der Verweis auf fehlendes Geld ist kein zureichender Grund, wie das Beispiel von Universitäten zeigt. Um einen Kodex „Gute Arbeit in der Wissenschaft“ wird auch die TU Dresden nicht umhinkommen, wenn sie national und international wettbewerbsfähig bleiben will. DIE LINKE wird sich in den anstehenden Haushaltsverhandlungen für eine höhere Grundfinanzierung der sächsischen Hochschulen einsetzen

 

Überstunden sind nicht sexy

02. Oktober 2014  DIE LINKE im Bundestag

Im Durchschnitt arbeitet jeder Erwerbstätige fast einen halben Tag pro Woche mehr, als vertragtlich vereinbart – viele dieser geleisteten Überstunden bleiben dabei unbezahlt. Tarifverträge werden so zur bloßen Makulatur. Überstunden sind aber auch eine Stressfalle. Die wachsende Zahl psychischer Erkrankungen spricht eine eindeutige Sprache. Zudem verhindern Überstunden neue Jobs.

Deshalb will ich klar sagen: Überstunden, selbst wenn sie bezahlt werden, machen krank und blockieren den Kampf gegen die Erwerbslosigkeit – sie sind nicht Ausweis unserer Leistungsfähigkeit, sondern der Beweis zu niedriger Löhne und eines falschen Leistungsdrucks. Überstunden sind ein großes gesellschaftliches Problem und nicht sexy.

Deshalb müssen wir, um bessere Kontrollen zu ermöglichen, das Personal in den Gewerbeaufsichtsämtern aufstocken. Wir brauchen eine Task-Force im Kampf gegen Überstunden