Aktionen zum 8. März 2017

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Aufruf Internationaler Frauen*streik

Am 08.März 2017 findet zusätzlich zu vielen spannenden lokalen Veranstaltungen auch der internationale Frauen*streik statt.

Es gibt folgende praktische Möglichkeiten sich am Frauen*streik zu beteiligen:

1. Am Schwersten: keine Arbeit, bezahlte und unbezahlte, Leisten
2. Nicht Einkaufen bzw. wenn dann nur in Geschäften die Frauen* oder von Diskriminierung betroffenen Menschen gehören.
3. Rote Kleidung tragen als Zeichen der Solidarität

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Am Frauentag zusammenstehen

csm_leia-frauentag-2017-grey_01_0313dd74c0Zu Recht wird am 8. März stets daran erinnert, dass Clara Zetkin einst den Internationalen Frauentag aus der Taufe hob. Seitdem wurde jedoch immer wieder versucht, die hart erkämpften Rechte wieder zu beseitigen. Dass insbesondere rechten und konservativen Strömungen die Solidarität unter Frauen nicht geheuer ist, zeigt sich dieser Tage nur allzu deutlich. So stand im Oktober 2016 den Polinnen eine Verschärfung des bereits sehr rigiden Abtreibungsgesetzes bevor. Zu Zehntausenden gingen sie deshalb auf die Straße und überall in Europa solidarisierten sich Menschen mit ihnen. Ähnliches geschieht gerade in den USA, wo im Januar Hunderttausende beim „Women’s March“ gegen den neuen Präsidenten Donald Trump und damit gegen Frauenfeindlichkeit, Gewalt, Rassismus, Homofeindlichkeit und religiöse Intoleranz demonstrierten. Auch in Deutschland solidarisieren sich viele Aktivist*innen und beteiligen sich an den Protesten.

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Was wird aus dem Operettenstandort in Leuben? / Reges Interesse an Bürgerbeteiligung zur künftigen Nutzung

Am 01. März 2017 fand im Saal der Cultus gGmbH eine BürgerInnenversammlung mit über 50 interessierten Leubenern zur ergebnisoffenen BürgerInnenbeteiligung über die Zukunft des Operettenstandorts statt. Eingeladen hatten LINKE Ortsbeirätinnen und Ortsbeiräte des Stadtteils.

sitzeDer ehemalige Ortsamtsleiter Joachim Liebers eröffnete die Diskussion und warb für eine sensible, lebendige und kulturbetonte Nutzung des Ortsteilzentrums. Die Beschlusslage des Stadtrates erläuterte LINKE-Stadtrat Jens Matthis.

In der Debatte wurden viele Nutzungsvorschläge durch die Leubener angesprochen. Das ortsbildprägende Gebäude in Altleuben soll erhalten werden und es wurde der Wunsch nach einer kulturellen Nutzung im Rahmen des bestehenden Gebäudes mit einem gastronomischen Angebot geäußert. Favorisiert wurde auch ein Stadtteilhaus oder ein soziokulturelles Mehrgenerationen-Begegnungszentrum. Für die hinteren Grundstücksflächen wird überwiegend Wohnbebauung vorgeschlagen, wobei sich viele der Anwesenden für sozialen Wohnungsbau ausgesprochen haben.

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Gebhardt / Schollbach zu „Die Kirche und die Kassen“

Als Fazit der Veranstaltung „Die Kirche und die Kassen“ am Freitagabend im Kulturrathaus in Dresden erklärt der Dresdner Landtagsabgeordnete der LINKEN André Schollbach, der insbesondere mit zahlreichen Kleinen Anfragen an der Aufdeckung des finanziellen Staat-Kirchen-Verhältnisses in Sachsen arbeitet:

Die CDU-geführte Sächsische Staatsregierung hat seit Jahren den staatlichen Geldhahn für die Kirchen weit aufgedreht. Die öffentlichen Kassen werden systematisch für kirchliche Zwecke angezapft. Das geschieht äußerst raffiniert und aus unterschiedlichsten Töpfen, um das wahre Ausmaß der Geldströme zu verschleiern. Gleichzeitig ist für viele gesellschaftlich wichtige Aufgaben im sozialen und kulturellen Bereich kein Geld da. Durch die massive Finanzierung der Kirchen aus öffentlichen Kassen wird zudem die verfassungsrechtlich garantierte Trennung von Staat und Kirche ausgehöhlt. Daher muss die überbordende staatliche Kirchenfinanzierung dringend einer Revision unterzogen werden. Die positive Resonanz auf unsere Veranstaltung „Die Kirche und die Kassen” gibt uns dafür Rückenwind.

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Canvassing – Haustürgespräche in Prohlis

canvassing_schaarschmidtUm mit Anwohner*innen ins Gespräch über Sorgen, Nöte und Wünsche zu kommen, wurde eine bundesweite Aktion des aufsuchenden „Wahlkampfs“ mit Beginn in Dresden gestartet. Gespräche an Haustüren, auch vor der heißen Wahlkampfphase, sollten es werden.

Ziel war es einerseits als Partei DIE LINKE bürgernah zu agieren und so Menschen für die Partei zu begeistern, aber andererseits auch für uns selber zu wissen, was die Menschen bewegt und was wir uns für unsere Arbeit und unser Engagement zu Herzen nehmen müssen.

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Weniger Jubel, mehr Solidarität!

04. Oktober 2016  Allgemein, Deutschland, Dresden, Sachsen

gartenzwerg_2015Von Ralf Hron

Als am 3. Oktober 1990 die DDR dem Bundesgebiet beitrat, hatten die Menschen turbulente und ereignisreiche Monate hinter sich. Die neuen persönlichen Freiheiten wurden gierig ausprobiert. Allerdings änderte sich für uns Ostdeutsche das gesamte Lebensumfeld. Vor nichts machten die Veränderungen halt und es darf niemanden ernsthaft verwundern, dass die radikalen Umbrüche auch Angst und Unsicherheiten erzeugten. Bei vielen Menschen machte sich in den kommenden Jahren das Gefühl breit, übernommen worden zu sein. Sehr real führten die Änderungen vielfach zu echten Lebensbrüchen. Im Sozioökonomischen Panel sprechen fast die Hälfte der Ostdeutschen von Erfahrungen, “weniger wert” zu sein.

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Freiheit, Gleichheit, Laizität

laizismusNach dem Scheitern des sächsischen Antrags auf dem Bundesparteitag, gibt es vorerst wohl keine Debatte über die Trennung von Kirche und Staat. Dabei gibt es viele gute Gründe für Laizität hierzulande. 

von Tilman Loos

Vor dem vergangenen Bundesparteitag sorgte ein Antrag mit dem Titel „Liberté, Égalité, Laïcité“ („Freiheit, Gleichheit, Laizität“) für einiges Aufsehen. Das sicher auch, weil religionspolitische Debatten derzeit immer wieder aufploppen, beispielsweise über Beschneidungen, die „stillen Feiertage“ und das Tanzverbot oder über das Tragen des Kopftuchs. Nicht zuletzt deshalb ist die alte Frage „wie hältst du’s mit der Religion“ auch für uns als Partei von Relevanz.

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Was hat Internationale Handelspolitik mit der Kommune zu tun?

bannerDas mittlerweile heftig kritisierte Freihandelsabkommen TTIP könnte auch erhebliche Auswirkungen auf die kommunale Politik haben. Greift man sich nur den Punkt der InvestorIn-Staat-Klagen heraus, also der Möglichkeit für InvestorInnen, Staaten zu verklagen, wenn durch veränderte Rahmenbedingungen die erwarteten Gewinne nicht realisiert werden konnten. Auf kommunale Ebene herunter gebrochen hieße dass, wenn Entscheidungen im Stadtrat prognostizierte Gewinne von Unternehmen schmälern, können Schadensersatzansprüche entstehen. Das Unternehmen hätte also das Recht, vor Gericht einen Ausgleich für den entgangenen Gewinn von der Kommune einzuklagen.

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CETA bedroht auch Kommunen

Ob Gewerbesteuern oder die Finanzierung von Krankenhäusern – ist das Freihandelsabkommen CETA erst beschlossen, könnten hier bald internationale Konzerne mitreden.                                                                              

von Anja Klotzbücher

stopp-ttip-cetaIm Jahr 2009 begannen geheime Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und Kanada über eine Freihandelszone zwischen beiden Partnerinnen. Die Öffentlichkeit sowie die Parlamente der Europäischen Union und Kanadas erhielten dabei keine Chance, auf das Abkommen Einfluss zu haben – ganz im Gegensatz zu Wirtschaftslobbyist*innen, die an den Verhandlungen teilnahmen. Das Ergebnis, das Comprehensive Economic and Trade Agreement (CETA), wurde im Jahr 2014 erst nach dem Ende der Verhandlungen veröffentlicht. Mit der Veröffentlichung des Abschlusstextes wurde schnell klar: Von CETA sind vor allem die öffentliche Daseinsvorsorge, die Umweltschutzstandards sowie Arbeitnehmer*innenrechte betroffen. Dass gerade diese Verhandlungsgegenstände gänzlich ohne die Mitwirkungsrechte einer Zivilgesellschaft oder zumindest den demokratisch legitimierten Vertreter*innen in den Parlamenten verhandelt wurden, stellt ein hohes demokratisches Defizit der Verhandlungsgruppen dar.

Umstrittener Weg

Nun steht eben jenes Abkommen kurz vor dem Inkrafttreten. Hierbei soll der umstrittene Weg der „vorläufigen Anwendung“ genommen werden, in dem bereits Fakten geschaffen werden bevor die Parlamente der Mitgliedstaaten ihre Zustimmung gegeben haben. Möglich wäre dies, wenn CETA ein reines EU-Abkommen darstellen würde. Neben den weitläufigen Folgen für die Mitgliedstaaten ist dieses Verfahren vor allem zu kritisieren, da die Rechtsnatur des Abkommens zwar mittlerweile als gemischtes Abkommen definiert wurde, jedoch die Abschnitte mit reiner Zuständigkeit der Union bereits vorläufig inkrafttreten sollen. Durch ein solches Verfahren wächst der politische Druck, dem gesamten Abkommen alternativlos zustimmen zu müssen.

Einfluss auf Kommunen

Auch der Freistaat Sachsen und seine Kommunen werden nicht von CETA ausgenommen oder gar verschont. So gilt es, mit Blick auf die beginnenden Haushaltsverhandlungen im Landtag, auch das Freihandelsabkommen mitzudenken und Rücklagen für mögliche Investorenklagen zu bilden. Denn auch wenn statt eines Investitionsschiedsgerichts ein Investitionsschiedsgerichtshof mit Revisionsinstanz vorgesehen ist, ändert sich nichts am Prinzip der Paralleljustiz. Die Erfahrung solcher Streitbeilegungsverfahren aus anderen Abkommen wie das nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA o.ä. zeigt, dass die Schuldsummen für betroffene Staaten im Millionenbereich liegen. Neben dem Freistaat gilt dies zudem für die Kommunen. Die freie Entscheidung über eine mögliche Erhöhung von Gewerbesteuern oder einem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sowie die öffentliche Finanzierung von Krankenhäusern kann auch in den Kommunen zukünftig beeinflusst werden. Denn auch diese Entscheidungen können schlussendlich vor dem Investitionsschiedsgerichtshof verhandelt werden, um mögliche Gewinnverluste von Konzernen auszugleichen.

Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass wir den zivilen Protest zur “Stopp CETA und TTIP” Großdemonstration am 17. September in Leipzig lautstark auf die Straße bringen.

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MdL Anja Klotzbücher ist Europapolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag

Generalstaatsanwaltschaft lässt Ermittlungen gegen Petry zu / Schollbach: Staatsanwaltschaft hat dicken Bock geschossen

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat heute die gestern verkündete Entscheidung der Staatsanwaltschaft Dresdendie Ermittlungen gegen die AfD-Fraktionsvorsitzende Dr. Frauke Petry wegen des Verdachts auf Meineid und uneidlicher Falschaussage einzustellen, aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft Dresden hatte entgegen der klaren Gesetzeslage nach dem  Wahlprüfungsgesetz argumentiert, der Wahlprüfungsausschuss sei „keine zur Abnahme von Eiden zuständige Stelle“. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat sofort reagiert, die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Dresden aufgehoben und die Akten zur weiteren Prüfung der Vorwürfe an die Staatsanwaltschaft Dresden zurückgegeben. Denn nach § 8 Abs. 2 des Sächsischen Wahlprüfungsgesetzes können Zeugen von dem Wahlprüfungsausschuss vernommen und vereidigt werden. Deswegen kommt bei einer falschen Aussage vor dem Wahlprüfungsausschuss grundsätzlich eine Strafbarkeit wegen eines Aussagedelikts in Betracht.  
 
Der Landtagsabgeordnete und Anzeige-Erstatter André Schollbach erklärt:
 
„Die Entscheidung der Generalstaatsanwaltschaft ist zu begrüßen. Die Geschwindigkeit, mit der auf die Fehlentscheidung der Staatsanwaltschaft Dresden reagiert wurde, ist außergewöhnlich. Dies spricht dafür, dass mit der Einstellungsverfügung ein dicker Bock geschossen wurde. 
 
Der Verdacht einer erheblichen Straftat steht im Raum. Für das Funktionieren des Rechtstaates muss gewährleistet sein, dass Zeugen ihrer Pflicht, die Wahrheit zu sagen, nachkommen. Aufgrund der hervorgetretenen Widersprüche bestehen berechtigte Zweifel daran, dass vor dem Wahlprüfungsausschuss alle Zeugen ihren gesetzlichen Pflichten nachgekommen sind. Wenn die der Einstellungsverfügung zugrunde liegende Bewertung der Staatsanwaltschaft Dresden zugetroffen hätte, wäre die Folge gewesen, dass Zeugen vor dem Wahlprüfungsausschuss das Blaue vom Himmel herunterlügen könnten, ohne dass dies zu Konsequenzen führen würde.“
 
Klaus Bartl, Mitglied im Wahlprüfungsausschuss und Sprecher für Rechtspolitik, erklärt:
 
Der Vorgang ist mehr als ein Fauxpas, der mit der anerkennenswert schnellen Reaktion der Generalstaatsanwaltschaft nicht aus der Welt ist. Es besteht zum Beispiel dringender Aufklärungsbedarf, weshalb die Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Dresden, von Ermittlungen abzusehen, just in dem Moment an die Medien gelangte, als der Ausschuss den Parlamentarischen Geschäftsführer der AfD-Fraktion Uwe Wurlitzer als Zeuge zum selben Komplex vernahm. Welche sachlichen und rechtlichen Erwägungen die Staatsanwaltschaft Dresden geritten haben, am Gesetz vorbei den Wahlprüfungsausschuss des Landtages derart zu desavouieren, wird auch parlamentarisch zu klären sein.
 
Hintergrund 
Der Jurist und Landtagsabgeordnete André Schollbach hatte im Februar bei der Staatsanwaltschaft Dresden Strafanzeige wegen des Verdachts des Meineids gemäß § 154 Abs. 1 StGB gegen die AfD-Vorsitzende Dr. Frauke Petry erstattet. Dieser Strafanzeige lag folgender Sachverhalt zugrunde: Am 12. November 2015 führte der Wahlprüfungsausschuss des Sächsischen Landtags eine mündliche Verhandlung gemäß § 8 Sächsisches Wahlprüfungsgesetz durch. In dieser mündlichen Verhandlung wurden Dr. Frauke Petry sowie der stellvertretende AfD-Landesvorsitzende Carsten Hütter als Zeugen vernommen und jeweils auf Antrag von André Schollbach vereidigt. Petry verstrickte sich in wesentlichen Punkten in erhebliche Widersprüche. Dies betraf etwa den Zeitpunkt der Kenntnisnahme Petrys von Darlehens-Gewährungen durch Landtagskandidaten an die AfD im Zusammenhang mit der Landtagswahl 2014 in Sachsen. Weiterhin ergaben sich Widersprüche hinsichtlich der Frage, wer namens der AfD die den Darlehen zugrunde liegenden Verträge unterzeichnete und bis zu welcher Frist Zahlungen an die AfD zu leisten waren. Gemäß § 154 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft, wer vor Gericht oder vor einer anderen zur Abnahme von Eiden zuständigen Stelle falsch schwört.