Wohnungslosigkeit in Deutschland – eine Schande nicht nur im Winter

Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Meist bedarf es der sinkenden Temperaturen und anschwellender Weihnachtsvorfreude, dass sich die Gesellschaft jener erinnert, denen eines der elementaren Menschenrechte verwehrt ist: Das Leben in einer eigenen Wohnung. Dabei ist die winterliche Kälte nur ein Aspekt im Leben der wohnungslosen Menschen, einer, den Staat und Zivilgesellschaft meist notdürftig zu lindern vermögen. Mit Nachtcafes, Übergangswohnheimen und Wärmestuben.

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Pflege macht arm in Deutschland

Ein Blick übern Tellerrand zeigt, dass Pflege als öffentliche Daseinsfürsorge funktionieren kann: In Schweden

Der seit Jahren konstatierte Pflegenotstand war noch vor der Bundestagswahl medial viel diskutiert worden. Nun im neuen Jahr 2018 vergeht kaum ein Tag, an dem nicht in Zeitungen oder auch in den sozialen Netzwerken die unzumutbaren Zustände in der Pflege beschrieben werden, sei es von Pflegekräften oder auch pflegenden Angehörigen oder in redaktionellen Beiträgen empathischer Journalistinnen und Journalisten. Funkstille hingegen herrscht im Maschinenraum und auf der Brücke des politischen Betriebes, dort wo die Weichen für dieses Zukunftsthema gestellt werden oder, um im Bild zu bleiben, mit Radar und Kompass der Kurs für die Zukunft bestimmt wird. Höchste Zeit also für ein SOS und für eine radikale Kursänderung.

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Veränderung beginnt mit Opposition


„Lafontaine will neue linke Volkspartei“ Es war noch im alten Jahr als diese Meldung durchs Internet geisterte, die Gemüter erregte.

Wie nicht anders zu erwarten, wurde der Vorstoß vor allem im Kontext innerlinker Flügel- und Meinungskämpfe interpretiert. Das ist angesichts eines 2018 bevorstehenden Bundesparteitages mit Vorstandswahlen auch nicht weiter verwunderlich. Ob es den Parteitag beeinflussen wird, wird man sehen.

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Schollbach-Anfrage ergibt: 3,2 Mio. Euro öffentliche Gelder für „Kirchentag auf dem Weg“ in Leipzig und Torgau

Eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten André Schollbach hat jetzt ergeben, dass der vom 25. bis 27. Mai 2017 in Leipzig und Torgau durchgeführte „Kirchentag auf dem Weg“ mit 3,2 Mio. Euro aus öffentlichen Kassen finanziert wurde. Allein der Freistaat Sachsen gab großzügig 2,25 Mio. Euro aus dem Staatssäckel. Dazu kamen 950.000 Euro von der Stadt Leipzig. Der „Kirchentag auf dem Weg“ war mit Kosten in Höhe von 5,36 Mio. Euro geplant worden – mehr als die Hälfte des Budgets wurde mit öffentlichen Geldern finanziert. Trotz der Millionenkosten zog der „Kirchentag auf dem Weg“ deutlich weniger Besucher an als von den Veranstaltern erwartet. Statt rund 50.000 Teilnehmern kamen lediglich 15.000.

 

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Gereimtes und Ungereimtes zur Arbeit

Ein Beitrag von Jens Matthis

 

„Wer Arbeit kennt und sich nicht drückt, ist verrückt.“ Diesen Spruch lernte ich vor vielen Jahren in meiner Lehrzeit, natürlich nur inoffiziell von den Kolleginnen und Kollegen.  Die offizielle DDR-Losung an der Wandzeitung hieß dagegen damals: „Arbeite mit! Plane mit! Regiere mit!“.

So unterschiedlich waren schon vor weit über dreißig Jahren in der DDR die Sichten auf die Arbeit.  Der 1. Mai hieß damals offiziell übrigens nicht „Tag der Arbeit“, sondern „Internationaler Kampf- und Feiertag der Arbeiterklasse“. Das klang zwar etwas umständlich, war aber durchaus die sachlich richtigere Bezeichnung.

http://www.dielinke-dresden.de/politik/detail/article/gereimtes-und-ungereimtes-zur-arbeit/

 

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Wie lebt es sich in … Warschau?

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Foto: Jerzy / pixelio.de

Die polnische Hauptstadt ist mittlerweile zur verlängerten Telefonhotline westeuropäischer Unternehmen geworden. Arbeitsmigranten aus aller Welt spüren in Warschau die Folgen dieser Entwicklung.

von Mathias Hankel

Noch 1990 prägte der Kulturpalast die Silhouette von Warschau. Wer heute aus dem Hauptbahnhof Warszawa Centralna heraustritt, schaut auf eine ganze Reihe von Bürotürmen herauf, die in den letzten Jahren im Zentrum aus dem Boden gestampft wurden. Sie stehen architektonisch für die Dienstleistungsmetropole Warschau. Wenn im Winter Smogalarm ist, verschwinden ihre Spitzen in grauem Nebel. Mein italienischer Arbeitskollege Fortunato meinte einmal, die schlechte Luft sei nicht die einzige Gemeinsamkeit zu Outsourcing-Standorten in China. Er spielte auf die geringen Löhne an, die Warschau zur verlängerten Telefonzentrale für internationale Unternehmen haben werden lassen. IT-Support, Buchhaltung und Kundenbetreuung, das sind die wichtigsten Bereiche, die nach Warschau kommen. Ich selbst habe in zwei Outsourcing-Nischen gearbeitet.

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Schollbach: Wohnungsmangel und Mietanstieg in Dresden und Leipzig sind auch Folge der Abrisspolitik der sächsischen CDU

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Foto: Rolf Handke / pixelio.de

Der Dresdner Abgeordnete André Schollbach, kommunalpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, sagte heute (Redeauszug) in der wohnungspolitischen Aktuellen Debatte auf Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU und SPD:

Da haben wir einerseits immensen Leerstand in weiten Teilen Landes – etwa in der Lausit z, im Erzgebirge oder auch im Vogtland – und gleichzeitig steigen die Mieten in den Großstädten unaufhörlich. Bezahlbares Wohnen ist zu einer der zentralen sozialen Fragen geworden. Manche Menschen können sich ihre Wohnung nur noch mit Mühe leisten. In verschiedenen Bereichen herrscht bereits heute ein Mangel an Wohnraum. In Leipzig sind allein von 2012 bis 2016 die Mieten für neue Wohnungen um 21 Prozent gestiegen. Innerhalb der vergangenen beiden Jahre hatte Dresden den höchsten Mietanstieg des letzten Jahrzehnts zu verzeichnen.

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Frauen arbeiteten in diesem Jahr statistisch gesehen 77 Tage lang ohne Bezahlung / Buddeberg zum morgigen Equal Pay Day

equalpay2017Wenn über den Equal Pay Day gesprochen wird, ist oft auch die Rede von der „gläsernen Decke“. Das Bild verdeutlicht, dass Frauen nur bis zu einem bestimmten Punkt Karriere machen können – bis sie an die Decke stoßen, auf deren anderer Seite sie eine gerechte Bezahlung zwar sehen, diese aber nicht erreichen können.

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Spart Euch Eure Blumen!

Banksyvon Cornelia Eichner

Ich sage vorweg: Alleinerziehende Väter kommen in diesem Text zu kurz. Alleinerziehende Väter haben ebenso wie alleinerziehende Mütter Problemlagen, die sie an den Rand ihrer Kräfte führen. Hier und jetzt möchte ich jedoch für alleinerziehende Mütter sprechen, da Schwerpunkt dieser Ausgabe der Frauentag ist (und die Benachteiligung von Frauen auf jene, die alleinerziehend sind, mindestens genauso zutreffen) – und ja, auch, weil die Anzahl der Väter unter den Alleinerziehenden nach wie vor geringer ist. “Inzwischen leben mehr als 1,6 Millionen Einelternfamilien in Deutschland. Davon sind etwa 90 Prozent der Alleinerziehenden Mütter und nur etwa 10 Prozent der Alleinerziehenden Väter.” (Deutscher Bundestag, Drucksache 18/6651)

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“Bitte gute Laune und ein Trinkglas mit bringen!”

Zentralbild Kohls hsch 9.3.67 Berlin: Walter Ulbricht empfing verdiente Frauen der DDR. Der Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Walter Ulbricht, gab am 8.3.67 in Berlin anläßlich des 20. Gründungstages der DFD und des Internationalen Frauentages im Bankettsaal des Staatsratsgebäudes für 200 hervorragende Bürgerinnen einen festlichen Empfang. Unter ihnen befanden sich verdiente Frauen, die vom Ministerrat mit der Clara-Zetkin-Medaille ausgezeichnet worden waren. UBz: Auf dem festlichen Empfang sprach Maria Kempke (stehend), Genossenschaftsbäuerin in der LPG "Klara Zetkin" Banzkow (Bezirk Schwerin).

Zentralbild Kohls hsch 9.3.67 Berlin: Walter Ulbricht empfing verdiente Frauen der DDR. Der Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Walter Ulbricht, gab am 8.3.67 in Berlin anläßlich des 20. Gründungstages der DFD und des Internationalen Frauentages im Bankettsaal des Staatsratsgebäudes für 200 hervorragende Bürgerinnen einen festlichen Empfang. Unter ihnen befanden sich verdiente Frauen, die vom Ministerrat mit der Clara-Zetkin-Medaille ausgezeichnet worden waren.
UBz: Auf dem festlichen Empfang sprach Maria Kempke (stehend), Genossenschaftsbäuerin in der LPG “Klara Zetkin” Banzkow (Bezirk Schwerin).

Von Uwe Schaarschmidt

So, liebe Genossinnen, stand es immer auf den Einladungspostkarten des DFD, welche meine Mutter monatlich zugestellt bekam.

An den DFD, den Demokratischen Frauenbund Deutschlands, werden sich sicherlich noch einige erinnern – und wer glaubt, es gäbe ihn nicht mehr, irrt. In den östlichen Bundesländern gibt es ihn als Demokratischen Frauenbund e.V. immer noch. Hier in Dresden, auf der Erna-Berger-Straße, nahe dem Bahnhof Neustadt betreibt er das Frauenzentrum “Guter Rat” und die Frauenkontaktstelle “Sozia”. Klingt sogar ein wenig wie Sozialismus. Weitere Projekte gibt es in Sachsen allerdings nur noch in Görlitz und Zschopau. So ganz scheint Frau das Kämpfen nicht verlernt zu haben – immerhin legte man sich wegen des Kürzels dfb mit dem Deutschen Fußballbund an. Und gewann 1:0.

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