Stärkung der Laienchöre

Der Chor „Friedrich Wolf“ bei einem Auftritt

 

Das oft nur als musikalisches Randgeschehen wahrgenommene Chorsingen in unserer, durch Hochkultur geprägten Stadt, an diesem Abend in Dresdner Kulturpalast stand es im Mittelpunkt.

Genugtuung, zwar nicht unbegrenzt, da über einige Vorgaben und Begleitumstände zu reden ist, aber für Sängerinnen und Sänger auf der Bühne und im Saal gestärktes Selbstbewusstsein. Es war schön, die „Weihnachtsnachtigall“ vom Kinderchor der Singakademie bis hin zu „Huron Carol“ von Camerate Cantorum in vokaler Klangschönheit zu lauschen. Gut geführte Stimmen zur ausgewogenen Klangfülle sich zusammenfügend, nicht nur bei diesen, auch bei weiteren Chören, zu Recht von einer nicht weiter vorgestellten Jury ausgezeichnet.

Weit weg war dieser Chortag von den Traditionen „Altdeutschen Chorsingens“, leider wartete man auch vergebens auf das erhaltenswerte Liedgut unserer speziell ostdeutschen Vergangenheit.

Dresden hat nun seinen Chortag, und dass wir ihn jetzt haben, ist wohl auch auf einen, in unserem Kommunalwahlprogramms aufgenommenen Ergänzungsantrag rückführbar, welcher 2014 durchaus nicht auf ungeteilte Zustimmung der Führungsspitze unseres Stadtverbandes stieß.

Heute, vergleiche Grußwort unserer Bürgermeisterin, gibt es andere Einsichten.
Wenn in diesem Grußwort das Singen in der Gemeinschaft sogar als eine „Bereicherung des Zusammenlebens unserer Stadtgesellschaft“ gewürdigt wird, muss man wohl von einem späten Ansatz neuen Denkens zuständiger Bereiche unserer Stadtverwaltung sprechen.

Nunmehr, fast schon überschwängliches Lob für die Dresdner Laienchöre gesprochen und geschrieben von den zuständigen Amtsträgern unserer Stadt. Der verkündete Ausblick lässt uns in froher Zuversicht, dass es den Dresdner Förderpreis auch 2018 geben wird.

Dann, so wäre zu hoffen, bekommen alle sich bewerbenden Chöre eine Auftrittsmöglichkeit, wird das „deutschsprachige Volkslied“ in einer Kategorie des Preisträgerprogramms nicht nur genannt, sondern tatsächlich auch gesungen. In einer längst überfälligen Fortschreibung des Kulturentwicklungsplanes aus dem Jahre 2008 sollte die Ausrichtung der Förderung auf „qualitative hochstehende Leistungen“ überwunden werden. Der 16. Dezember 2017 in unserem wunderschönen Kulturpalast war dafür ein Beginnen.

 

Waldemar Peine ist Sänger im Chor „Friedrich Wolf“ Dresden