Was wird aus dem Operettenstandort in Leuben? / Reges Interesse an Bürgerbeteiligung zur künftigen Nutzung

Am 01. März 2017 fand im Saal der Cultus gGmbH eine BürgerInnenversammlung mit über 50 interessierten Leubenern zur ergebnisoffenen BürgerInnenbeteiligung über die Zukunft des Operettenstandorts statt. Eingeladen hatten LINKE Ortsbeirätinnen und Ortsbeiräte des Stadtteils.

sitzeDer ehemalige Ortsamtsleiter Joachim Liebers eröffnete die Diskussion und warb für eine sensible, lebendige und kulturbetonte Nutzung des Ortsteilzentrums. Die Beschlusslage des Stadtrates erläuterte LINKE-Stadtrat Jens Matthis.

In der Debatte wurden viele Nutzungsvorschläge durch die Leubener angesprochen. Das ortsbildprägende Gebäude in Altleuben soll erhalten werden und es wurde der Wunsch nach einer kulturellen Nutzung im Rahmen des bestehenden Gebäudes mit einem gastronomischen Angebot geäußert. Favorisiert wurde auch ein Stadtteilhaus oder ein soziokulturelles Mehrgenerationen-Begegnungszentrum. Für die hinteren Grundstücksflächen wird überwiegend Wohnbebauung vorgeschlagen, wobei sich viele der Anwesenden für sozialen Wohnungsbau ausgesprochen haben.

CDU Stadträtin Heike Ahnert lehnte sozialen Wohnungsbau ab und orientierte stattdessen auf altengerechte Wohnanlagen durch private Investoren. Demgegenüber sprach sich die Mehrheit in der Diskussion dafür aus, die Fläche in kommunaler Trägerschaft zu entwickeln. Auch die Übertragung auf die neue kommunale Wohnungsbaugesellschaft ist denkbar.

Von den anwesenden Vertreterinnen des Kreiselternrates wurde eine schulische Nutzung mit dem Verweis auf den absehbar dringenden Bedarf an einem Gymnasium im Dresdner Osten vehement priorisiert. Demgegenüber konnte sich eine Mehrzahl der BürgerInnen eine schulische Nutzung nicht als zentrumsadäquate Lösung vorstellen.

Positiv wurde im Saal die Möglichkeit aufgenommen, sich weiter aktiv am Beteiligungs- und Entscheidungsprozess zum Operettenstandort in Leuben einzubringen. Dabei sollen die Diskussionsbeiträge in Vorschlagsvarianten münden, die durch die Stadtverwaltung weiter untersucht werden. Die OrtsbeirätInnen der LINKEN in Leuben wollen die Vorschläge dieser BürgerInnenversammlung gemeinsam mit den VertreterInnen des Ortsbeirates Leuben thematisieren, und die Bürger Leubens in geeigneten Beteiligungsformen zur Qualifizierung und Bewertung der Vorschläge einbeziehen.

LINKE-Stadtrat Jens Matthis abschließend: “Über 70 Jahre war die Staatsoperette am Ortskern der gefühlte kulturelle Mittelpunkt von Leuben. Nachdem Leuben in den letzten Jahrzehnten bereits das frühere Sachsenwerk-Kulturhaus und die ehemaligen Stephensonlichtspiele verloren hat, sollte an diesem sensiblen Ort wieder eine zumindest teilweise kulturelle bzw. soziokulturelle Nutzung etabliert werden.”