Willkommenskultur für studierwillige Flüchtlinge braucht neben gutem Willen auch Strukturen und Ressourcen

Zum heute veröffentlichten „Memorandum – Bildung, Forschung und studentisches Leben kennen keine Grenzen“ erklärt die hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Annekatrin Klepsch: DIE LINKE begrüßt das Bekenntnis von Hochschulen, Studentenwerken, Studierenden und dem Wissenschaftsministerium zu einer „offenen Hochschule“ in Sachsen.

Für die Unterzeichner bedeutet das – auch angesichts der jüngsten politischen Vorgänge hierzulande – eine Selbstverpflichtung mit dem Ziel, „studierwillige Flüchtlinge aus Krisengebieten bei der Aufnahme eines Studiums in besonderer Weise zu unterstützen“. Universitäten sind schließlich nicht allein wissenschaftliche Forschungs- und Produktionsstätten. Sie vermitteln darüber hinaus eine intellektuelle Lebensform, die dem Ideal nach weltoffen und weltbürgerlich ist.

Die Möglichkeiten, die eine akademische Willkommenskultur bieten kann, müssen ausgeschöpft werden. Dazu reicht der gute Wille aller Beteiligten jedoch nicht aus. Verlässlicher sind entsprechende Strukturen und Ressourcen. Zu den erforderlichen Strukturen gehört nach Ansicht der LINKEN die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft. Diese hatte sich als studentische Interessenvertretung und Dienstleisterin bewährt, war aber von der Vorgängerregierung aus CDU und FDP abgeschafft worden. Sie könnte den Flüchtlingen die nötige Hilfe und Unterstützung im Studium bieten.

Die Studentenwerke haben vom Gesetzgeber den sozialen Auftrag erhalten, im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge alle Studierenden – studierwillige Flüchtlinge eingeschlossen – an allen Standorten zu fördern. Auch sie bedürfen einer personellen und finanziellen Stärkung.