Kinderrechte in Sachsens Verfassung aufnehmen / Kinderarmut wirkungsvoller bekämpfen

Aus Anlass des Weltkindertages am 20. September erklärt die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Annekatrin Klepsch:   Auch wenn es Kindern in Deutschland insgesamt besser geht als der Mehrzahl der Kinder weltweit, die in Armut, in Krisen- oder Kriegsgebieten aufwachsen müssen, darf nicht vergessen werden, dass auch in Sachsen nach wie vor ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen in Armut aufwachsen muss.

Kinder müssen mit den Rahmenbedingungen zurechtkommen, die Erwachsene ihnen schaffen.

Deshalb ist es wichtig, dass sich die nächste sächsische Staatsregierung stärker um die Armutsbekämpfung kümmert und eine bessere Teilhabe von Kindern an Bildung, Kultur, Sport und Freizeit ermöglicht.

Das Aufwachsen für alle Kinder in Sachsen zu verbessern hieße z.B.

– wieder eine Landesförderung für Ferienlager einzuführen, die ein gemeinsames Wegfahren unabhängig vom Geldbeutel der Eltern ermöglicht,

– den Kita-Betreuungsschlüssel per Gesetz zu verbessern, damit Erzieher/innen mehr Zeit für jedes einzelne Kind haben,

– die 25 öffentlichen Musikschulen so auszustatten, dass das Erlernen eines Instrumentes für jede Familie bezahlbar ist,

– die Beteiligung von Kindern in die Sächsische Gemeindeordnung und die Landesverfassung aufzunehmen,

– den Öffentlichen Personennahverkehr  durch Landesmittel so zu unterstützen, dass Kinder im ländlichen Raum auch jenseits der Schulbusse mobil sein können,

– die Jugendpauschale auf 15 Euro zu erhöhen, um den flächendeckenden Erhalt von Kinder- und Jugendtreffs zu ermöglichen,

– eine landesweite Ombudsstelle für Kinder, die in Heimen aufwachsen, einzurichten.

Diese Themen müssen im Interesse aller Kinder in Sachsen auch bei den Koalitionsverhandlungen eine wichtige Rolle spielen.