1. Dresdner Akamdemikerball – elitär und abgeschottet im Ballhaus Watzke – wirksamer engagierter Protest

30. Oktober 2012  Allgemein

Der Protest vor dem Ballhaus Watzke war unüberhörbar. Menschen schlossen sich ihm spontan an. Von Teilnehmer_innen des Protestes wurden Flyer an Passanten verteilt, die über den Inhalt des Protestes informierten. Viele Menschen, die in nächster Nähe des Ballhauses wohnen, unterstützten diese Aktionsform. Polizei in Uniform und in Zivil sowie Männer eines Privaten Wachdienstes sicherten das Ballgeschehen ab. Im Haus selbst konnte keiner der Gäste auch nur einen Blick auf das Treiben der Akademiker werfen. Sogar die Toilettennutzung war streng getrennt. Nach einem erfolgslosen Versuch, an der Security vorbei zu kommen, gelang mir das dann doch gemeinsam mit Ballhausbetreiber Herrn Unger. Er hatte offenbar meine Bemühungen beobachtet und teilte durchaus meine Intentionen, das Treiben der GFSK und des Akademikerballes weiterhin mindestens kritisch zu beobachten.

Was schon beim Eintreffen der Ballgäste zu beobachten war: Viele der Männer trugen die Farben ihrer Verbindung – Cappy oder Schärpenband. Welcher Verbindung diese genau zuzuordnen waren, konnten wir an diesem Abend nicht feststellen. Nicht auszuschließen waren demzufolge Teilnehmer_innen, die sich unter den Regeln der Burschenschaften versammeln: Diese Verbindungen sind nationalistisch, völkisch und revanchistisch. So forderte der Burschentag 1984 in Landau „ … die Bundesregierung auf, unverzüglich ein Konzept zu entwickeln und zu realisieren, dass die Deutschen auf dem Territorium der heutigen Bundesrepublik Deutschland auch langfristig vor Überfremdung schützt“… weiterhin sei … „dafür Sorge zu tragen, dass die Bundesrepublik Deutschland auch ein deutscher Staat bleibt.“ Die Verfassung der Deutschen Burschenschaft trägt vergleichbare Züge. Nachzulesen bei:http://www.rheinfranken.de/archiv/textedokumente/Grundsatzzitate.htm, oder http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~on8/reader/Hamburg%20-%20Oefter%20nach%20dem%20Rechten%20schauen.pdf)
Was auch bezeichnet ist, z. B. die „Teutonia“ stellt ihre Verfassung nicht ins Netz und dokumentiert auch damit ihr elitäres Verhalten.

Es gibt damit viele Gründe, das Treiben der GFSK und des Akademikerball nicht für gut zu befinden, es weiterhin kritisch zu hinterfragen und wenn notwendig passende Formen der Auseinandersetzung zu finden. Festigung des Völkischen Gedankengutes ist der Gegensatz zu Weltoffenheit und der Realisierung gleicher Menschenrechte. Allen Formen von Homophobie und Sexismus sagen wir den Kampf an.